Editorial | INDat Report 04_2026 | Mai 2026
Wer braucht mich noch und – wenn ja – wofür?
Wenn KI die Arbeitswelt revolutioniert, dann verändern sich Berufe und Berufsbilder. Viele standardisierte Prozesse und routinierte Abläufe aus der Insolvenzverwaltung eignen sich einerseits für eine Automatisierung und andererseits für eine KI-Anwendung. Was sich im Angebot von KI-Tools und KI-Agenten wirklich und nachhaltig für die Insolvenzverwaltung als Werkzeug und Begleiter bewährt, dazu probieren und testen Insolvenzverwalterkanzleien derzeit die ihnen von diversen Anbietern offerierten Werkzeuge und Plattformen.
Eine der größten Sorgen der Verwalterkanzleien war vor noch gar nicht so langer Zeit, Nachwuchs zu gewinnen und zu halten – sowohl auf der Ebene der Insolvenzverwalter als auch für die vielen Aufgaben in der Sachbearbeitung. Vor allem für Letztere könnte die KI-Revolution bedeuten, dass ihre Tätigkeit in vielen Bereichen deutlich entlastet wird und die Kanzleien schon bald nicht mehr über Personalknappheit klagen müssen.
Was für alle Berufe gilt, gilt auch für Insolvenzverwalter und Sachbearbeiter mit Bezug zum Insolvenzrecht: Was bleibt von ihren bisherigen Aufgaben, welche neuen Anforderungen kommen hinzu und mit welchen abgewandelten Berufsbildern wirbt die Branche um Nachwuchs? Auf diese und weitere Fragen sollten die einschlägigen Verbände und Zusammenschlüsse der Verwalter, Berater und Sachbearbeiter schon erste Antworten entwickeln und liefern. Aktuell ist davon noch nicht viel zu erkennen, wenngleich das Kernanliegen fundamental ist, denn es lautet: Wer braucht mich noch und – wenn ja – wofür?
Peter Reuter, Chefredakteur